Magellan eXplorist GC: Fazit nach zehnmonatiger Nutzung
Meine ersten 10 Monate mit dem eXplorist GC waren zum Teil enttäuschend. Das Gerät stürzte alle ~200 Wayponts ab. Die einzige Lösung, die mir danach blieb, war eine Art Neukonfiguration: über PC die komplette Software zu löschen, danach den Kauftag-Stand neu einzuspielen. Dabei gingen mir immer wieder eingespeicherten Koordinaten verloren, die ich zum Teil – als Journalist – für ausgewählte Publikationen brauchte. Damit wurde das Gerät beinahe zu teuer in der Nutzung: zum Preis zählte ich die verlorenen Aufträge. Unzulänglich fand ich auch deutsche Bedienungsanleitung, die weit kürzer war, als ihre englischsprachige Version. Aus beruflichen Gründen – eigentlich permanent im Ausland unterwegs – fand ich kaum Zeit, um das Gerät online zu reklamieren und per Post zurückzusenden. Meinem Ärger gab ich auf meiner Seite freien Lauf.
Und hier zeigt sich durchaus die große Klasse des Herstellers. Magellan wandte sich an mich, nach dem sich mein Text umsprach. Der Austausch von E-Mails, Angabe von Fehlern, die mein Gerät aufwies, Weiterleiten von Informationen, letztendlich Feedback und die Reaktion darauf waren mehr denn nur rasch. Innerhalb von zwei Tagen war im Grunde alles erledigt, ein neues Gerät auf meine Adresse versandt.
Ich geb zu, dies verdanke ich möglicherweise meiner journalistischen Tätigkeit und dem Vertrauen, das der von mir ausgeübte Beruf immer noch erweckt. Doch selbstverständlich ist es nicht, abgesehen davon: keine Branche trägt `ne weiße Weste. In meinen Augen zeugt es somit allem voran vom Willen, dem Kunden entgegen zu kommen und sein Problem kompetent zu lösen. Das wiederum ist mittlerweile selten. Zusätzlich muss ich auch gestehen, dass mir schon in einer der ersten E-Mails Links zugesandt wurden, die sehr hilfreich waren. Beim ersten Absturz dauerte es ziemlich lange, bis ich eine niederländische Seite fand, von der ich die Ersatzsoftware downloaden konnte (machte mir leider keine Kopie nach dem Kauf). Die meisten meiner gordischen Knoten – am eXplorist – sind heutzutage damit gelöst, ohne dass ich zur Lösung Alexander des Großen greifen musste.
Mehr noch, das neue Gerät ist da!

Foto: GPS-Duo: alt & neu, Magellan eXplorist GC / hanbei.com
Ich gehe davon aus, das es hier keine Abstürze geben wird. Papierlos war das Geocaching für mich vom Anfang an. Doch durch die Abstürze erschreckt – beim Kopieren von ca. 120 Geocaches hängte sich das Gerät auch auf – hörte ich mit dem Ankoppeln an den PC auf. Da ich beim Cachen immer meine digitale Spiegelreflexkamera dabei habe, machte ich jedes Mal Bilder der Beschreibung und Koordinaten. Zugegeben, mühevolle Arbeit, gerade, wenn an es an einem Wochenende eine größere Anzahl von Caches sein sollte, die ich zu finden hoffte.
Das neue Gerät wurde also promt an den PC angeschlossen, die Geocaches wurden problemlos kopiert und schon ging es auf die Jagd.
Was lässt sich nach 10 Monaten intensiver Nutzung über das Gerät sagen?
Ich suche sowohl nach GC- wie nach OC-Containern. Die letzteren von mir gefundenen sind überwiegend auf dem polnisch-sprachigen OC-Portal registriert. Dies liegt an meinem momentanen, beruflich bedingtem Base-Camp: Warschau. Die Stadt bietet einige Caches, die es in sich haben, sowohl, was Abenteuer wie auch Gefahr angeht. In Polen gibt es insgesamt – momentan – mehr OC- als GC-Caches. Bisher fand ich knapp über 400 GC-Caches, ca. 170 OC-Caches, publizierte ca. 15 (einige wurden archiviert, weil sie permanent zerstört wurden und irgendwann ergaben sie keinen Sinn mehr). Ich bereite eine Linie vor, die mir noch ein paar Wochen Arbeit verpassen wird, doch am Ende soll sie ca. 100 GC-Caches zählen.
Das Gerät wurde damit recht intensiv genutzt. Sicher, gibt es Geocachers, die diese Zahl spielend schneller schaffen. Doch für einen 44-jährigen, der leider Gottes auch anderen Pflichten nachgehen muss, ist das Ergebnis durchaus zufriedenstellend.
Und jetzt zum Gerät selbst: Grundsätzlich sollte man vor dem Kauf überlegen, wo und was man damit erreichen will. Magellan eXplorost GC ist reines Geocaching-Gerät. Wandern lässt sich damit schlecht, da der Output ziemlich begrenzt ist. Zum einen sind die Karten eher grob gezeichnet, in manchen Ecken Europas wird es nur noch grün – obwohl mir gegenüber der Verkäufer am Berliner Alexanderplatz (Saturn) meinte “alles top, selber getestet”. Karte ist vorinstalliert und kann nicht upgedatet werden. Zum anderen gibt es beim eXplorist GC keinen Kompass und schon gar keinen Barometer oder Neigungskorrektur.
Das Gerät eignet sich für Einsteiger wie auch “ruhige Fortgeschrittene”, also weniger Action, weniger genaue Angaben, doch besser als bei einem Smart-Handy. In dichten Wäldern oder in Städten mit hohen Gebäuden kommt das Gerät recht schnell an seine Grenzen. Mit Erfahrung lassen sich gewisse Caches dennoch orten. Damit gleicht der Cacher/die Cacherin die Schwachpunkte des Gerät selbst aus. Das Gerät ist handlich, einfach in der Bedienung, und last but not least lässt sich auch das Design mögen. PC-Kabel und Akkus sind dabei.
eXplorist GC hält in mäßigen Temperaturen eine eintägige Jagd aus, was die Ausdauer der Akkus angeht. Im Winter – ich erlebte schon einige Tage mit knapp -30° unter Null – sollte man 2 x 2 aufgeladene Akkus dabei haben und diese am Körper tragen. Das Gerät selbst sollte immer in die Tasche wandern, wenn man sieht, dass es noch ca 150 Meter und mehr zum Cache gibt. Ansonsten geht ihm die E-Puste schneller aus.
Wichtig: Manche Anfänger gehen an das Gerät mit einer Einstellung, als sei es mindestens ein Star-Trek-High-Tech-Wunder. Man sollte immer daran denken, dass die Führung viel genauer ist, geht man die letzten 50 Meter möglichst gerade aus auf die potentielle Cache-Stelle zu. Also immer im Voraus auf die Richtung eintrimmen. Legt man einige Kurven dazwischen, gar paar Rückwerts-/Vorwärts-Kursänderungen, wird das Versteckt mit Sicherheit verfehlt. Dies passiert auch den Garmin-Besitzern. Selbstverständlich ist die Genauigkeit der Angaben davon abhängig, wie penibel diese vom Cache-Owner gemessen wurden.
Ansonsten bin ich mit dem Gerät recht zufrieden. In meinen Augen, heutzutage, ist die grobe Kartenausgabe das größte Problem.
Last but not least: beim Gerät ist ein Gutschein für die einmonatige Premium-Mitgliedschaft bei geocaching.com. Diese sollte erst dann gelöst werden, wenn man ca. 40-50 Caches fand, da man erst nach einer gewissen Zeit alle Facetten des Portals kennen wird. Ansonsten sind die 30 Tage um und dann heißt es cash, baby, cash, ohne dass man im Grunde weiß, ob die Premium-Mitgliedschaft so viel mit sich bringe und sich wirklich lohne.
Hilfreiche Links:

- Foto: Helsinki: ein Astronom at work im URSA Observatorium & Ursa Maior: auf dem Weg zum GC18BJ9 / Hanbei
















































